ORF Tirol: Teures TIWAG-Gerät weg - Paketbote verurteilt

Der ORF Tirol berichtete am 03.08.2026 vom Fall einer Unterschlagung, bei dem wir die Verteidigung übernommen haben.

 

Gegenstand des Verfahrens war ein Präzisionsmessgerät der TIWAG im Wert von rund 48.000 Euro, das zur Wartung nach Deutschland versandt werden sollte. Beim Empfänger traf stattdessen ein Paket mit Erdnussbutter ein. Der angeklagte Paketbote erschien nicht zur Hauptverhandlung, weshalb das Verfahren in seiner Abwesenheit durchgeführt wurde.

 

Der Angeklagte war nicht geständig und bestritt den Tatvorwurf. Damit stand im Verfahren die Frage im Vordergrund, ob ihm der Austausch beziehungsweise die Zueignung des Messgeräts mit der für eine strafrechtliche Verurteilung erforderlichen Sicherheit persönlich nachgewiesen werden konnte. Besondere Bedeutung kam dabei dem Umstand zu, dass laut Ermittlungsergebnissen ein zweiter Beschuldigter, der ebenfalls als Paketbote für dasselbe Unternehmen tätig gewesen sein soll, das abhandengekommene Gerät später über eBay zum Verkauf angeboten hatte. Dieser Zweitbeschuldigte war für das gegenständliche Verfahren jedoch nicht greifbar. 

 

Das Landesgericht Innsbruck sah die Schuld des Angeklagten gleichwohl als erwiesen an und verurteilte ihn wegen Veruntreuung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Monaten. Das in Abwesenheit ergangene Urteil ist nicht rechtskräftig. Bis zu einer rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.

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